
Als Folgen eines Hirninfarkts bezeichnet man die auch nach der akuten Phase (in der Regel ab einem halben Jahr nach Ereignis) fortbestehenden neurologischen Defizite; sie sind die Hauptursache für Behinderungen nach einem Schlaganfall. Der Hirninfarkt, auch als ischämischer Schlaganfall bezeichnet, bedeutet den plötzlichen Verschluss eines Hirngefäßes, der eine lokale Minderdurchblutung mit Sauerstoffmangel und Absterben von Hirngewebe nach sich zieht, sodass die zugehörigen Funktionsareale ausfallen. Manche Patienten erholen sich nach der Akutbehandlung weitgehend, doch viele bleiben auf Hemiparese, Gliedmaßen-Taubheit, undeutliches Sprechen, Schluckstörungen und kognitive Störungen zurück, was die Selbstständigkeit und Lebensqualität erheblich mindert.
Die Hauptursache des Hirninfarkts ist die Atherosklerose; hinzu kommen kardiale Embolien (Vorhofflimmern, Herzklappenfehler) und kleine Gefäßerkrankungen. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes, Hyperlipidämie, Vorhofflimmern, Rauchen, Alkohol, Adipositas, Bewegungsmangel und hohes Alter. Die konkrete Ausprägung der Folgen hängt von Ort und Ausdehnung des Infarkts ab: Ein Infarkt im Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media führt meist zu einer kontralateralen Hemiparese, sensitiven Hemisymptomatik und Hemianopsie; ein Infarkt in der dominanten Hemisphäre (meist links) kann eine motorische Aphasie (verstehen, aber nicht sprechen) oder eine sensorische Aphasie (sprechen, aber nicht verstehen) nach sich ziehen; ein Hirnstamminfarkt kann Schluckstörungen, Dysarthrie und Ataxie verursachen; ein Stirnhirnbefall kann Veränderungen von Affekt und Charakter sowie einen kognitiven Abfall bewirken.
In der Spätphase leiden die Patienten zudem an Muskelatrophie, Gelenksteifigkeit, einem Schulter-Arm-Syndrom, tiefen Venenthrombosen, Dekubitus, Lungenentzündung sowie Depression und Angst. Die Beurteilung der Folgen eines Hirninfarkts erfordert eine systematische Funktionsdiagnostik, einschließlich Motorik (Muskulatur, Muskeltonus, Gleichgewicht, Koordination), Sprach- und Schluckfunktion, Kognition, Alltagsfähigkeit (ADL) und emotionalem Zustand; daraus wird ein individualisiertes Reha-Konzept abgeleitet. Die Rehabilitation ist der Kern der Nachbehandlung und folgt dem Grundsatz früh, normgerecht, umfassend und langfristig; je früher sie beginnt, desto besser.
Sie umfasst: Bewegungstherapie (passives und aktives Training gelähmter Gliedmaßen, Sitzen-Stand-Transfer, Gehtraining), Ergotherapie (Training alltagspraktischer Fähigkeiten wie Anziehen, Essen, Waschen), physikalische Therapie (Elektrostimulation, Paraffinbad), Sprach- und Schlucktherapie (Aphasie- und Schlucktraining), kognitive Rehabilitation und psychologische Betreuung. Zugleich sind die Risikofaktoren aktiv zu kontrollieren: eine normgerechte Plättchenhemmung (Acetylsalicylsäure, Clopidogrel), eine Statin-Therapie sowie die Einstellung von Blutdruck und Blutzucker zur Verhinderung eines Rezidivs; dies ist die Grundlage des Langzeitmanagements. In den letzten Jahren bieten zudem Verfahren wie die transkranielle Magnetstimulation, Gehirn-Computer-Schnittstellen und Reha-Roboter weitere Möglichkeiten zur Erholung der Nervenfunktion.
Beim Hirninfarkt steht die Vorbeugung im Vordergrund. Die Kontrolle der drei Hohen (Blutdruck, Blutzucker, Blutfett), Aufgabe des Rauchens, Einschränkung des Alkohols, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und regelmäßige Vorsorge sind entscheidend. Patienten mit Vorhofflimmern sollten normgerecht antikoaguliert werden.
Wer bereits einen Hirninfarkt erlitten hat, kann durch konsequente Sekundärprophylaxe und regelmäßige Rehabilitation auch mit zurückbleibenden Defiziten allmählich seine Funktionen und Selbstständigkeit zurückgewinnen. Die Unterstützung der Familie und die gesellschaftliche Fürsorge sind für das Zutrauen des Patienten ebenfalls von großer Bedeutung.
|